Schritt. Schnitt.

H-Kunst Bild  SWL 303 / Pastell  und Holzkohle auf Papier 20x30 cm

Schritt. Schnitt.

„Wie so oft in meinem Leben: Ich war dort, wo es brodelte. Wo es gärte. Immer zu der Flut. Hier sogar im Urlaub. Am Strand. Erst am letzten Tag bei Ebbe.“

„Die Bucht umarmte mich, die Dünen erhoben mich. Der Strand heilte einige Wunden.“

Die Wasserwanderung wurde lang. Schritt, versinken. Schritt, herausschälen. Füße, Beine. Der Sand war hier weicher. Wie seine Gedanken.

Die Schnitte von den Muschelschalen waren winzig gegenüber der Ignoranz-Wunden seines Lebens. Muschel versus Bajonett. An den Füßen. An sein Selbst.

„Wieso trage ich alles mit mir herum? Erinnerungen, Verletzungen. Verfaulte Hoffnungen. Überreife Früchte meiner Visionen.“

In der traumlosen letzten Nacht hat er wieder Pläne geschmiedet. Er wird die Welt retten. Neue Erfindungen machen. Musik, Kunst. Texte. Alles für die Ewigkeit.

„Hier lehrt mich die Natur. Unter den Füßen zu schauen, nicht in die Lüfte. Schritt für Schritt. Schnitt für Schnitt.“

„Die Fußabdrücke werden schnell eingeebnet. Meine Spuren im Sand. So, wie meine Spuren in der Gesellschaft. Schnell. Unmerklich. Ich lebe nicht in der Ebbe. Immer in der Flut mit den hohen Wellen.“

„Wie schaffen es manche Menschen, ihre Spuren für so langer Zeit auf dem Strand der Beinah-Ewigkeit zu konservieren?“

Kommentare

Eine Antwort zu „Schritt. Schnitt.“

  1. Avatar von Rössler Szilvia
    Rössler Szilvia

    Nagyon szépen írsz! Magasztas idõnek tartom az olvasását!

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