Beiträge

  • Berg. Salamander.
    Berg. Salamander. Er saß auf einer Bank. Auf der Bergspitze. Unter sich die herrliche Landschaft. Abschöpfen. Mit den Augen. Wie Sahne von einer Torte. „Die Luft ist rein. Der Sicht ungetrübt.“                Trotz der schmerzenden Knien hat er die kürzeste Route genommen. Wie sein Weg durchs Leben. Schnell oben sein. „Ist das hier der Berggipfel meines Daseins?… Berg. Salamander. weiterlesen
  • Mutter. Tod.
    Mutter. Tod. Er stemmte sich gegen den Sturm. Der eisige Wind wollte ihn skalpieren.„Willst du mich auch? Reicht dir nicht meine Mutter Leben?“ Sie lag im Krankenhaus. Bewusstlos, überall blutend. Das wusste er durch Telefonanruf. Gespürt hat er jetzt, dass sie in diesem Moment in Streben war. In tausend Kilometer. Er spürte es ohne Wissen… Mutter. Tod. weiterlesen
  • Kadaver. Und noch ein.
    Kadaver. Und noch ein. Ein Kadaver. Auf einen Betonpfeiler am Gartenzaun. Tote Spitzmaus. „Wir haben gegeneinander gekämpft. Auf der Veranda. Ich mit dem Besen, du mit den langen Beinen.“ Er saß an der Werkbank. Neben den Mülleimer dinierte die Maus auf ein Schokoladenpapier. „Du läufst mir oft über den Schotterweg. Wie die Salamander. Ihr seid… Kadaver. Und noch ein. weiterlesen
  • Schritt. Schnitt.
    Schritt. Schnitt. „Wie so oft in meinem Leben: Ich war dort, wo es brodelte. Wo es gärte. Immer zu der Flut. Hier sogar im Urlaub. Am Strand. Erst am letzten Tag bei Ebbe.“ „Die Bucht umarmte mich, die Dünen erhoben mich. Der Strand heilte einige Wunden.“ Die Wasserwanderung wurde lang. Schritt, versinken. Schritt, herausschälen. Füße,… Schritt. Schnitt. weiterlesen
  • Splitterwesen
    Splitterwesen. „Der Wechsel ist vollzogen. Vom individuellen zum sozialen Wissen. Innerhalb einer Generation. In meiner.“ Als Baum stellte er sich vor. Die Wurzeln in seiner Kindheit und Jugend. Lesen, zuhören. Fast ganzheitliches Wissen. Durch die Wurzeln gesogen. „Mein Stamm wuchs in der Zeit der Jobs und Familiendasein. Technik-Literatur. Zweckbestimmtes. Wenig allgemein.“ Unmerklich hat sich die… Splitterwesen weiterlesen
  • Vier Jahrhunderte
    Vier Jahrhunderte. Er hatte Verlangen. Nach Alkohol. Seit Wochen war er ohne ausgekommen. „Ich gebe mich nicht wieder her.“ Er brauchte jetzt Erinnerungen. „Einen Geschmack. Einen Geruch.“ Er setzte sich auf eine Parkbank. Im Rosengarten. „Ich rieche die Wangen meiner Oma.“ Dieser Duft einer alten, verbitterten, buckligen Frau ist so herrlich in Erinnerung, wie die,… Vier Jahrhunderte weiterlesen

Über den Zyklus Splitter

Ich arbeite auf dem Grat zwischen Emotion und Kognition, dort, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich berühren. Mein aktueller Zyklus bewegt sich auf der Seite der emotionalen H‑Art. Meine Maltechnik ist bewusst so gehalten, dass die Unmittelbarkeit der Berührung von Material und Bildfläche sichtbar bleibt.

Die Landschaften sind imaginäre Schauplätze meiner poetischen Ergriffenheit beim Betrachten der Rheinlandschaften. Die Figuren sind Affekt‑Splitter, Träger meiner unmittelbaren Empfindungen beim Arbeiten mit der Holzkohle.

Meine Texte sind wie Schnitzfiguren: so weit abgeschält, bis nur noch der Kern als Träger eines Emotions‑Splitters verbleibt. Sie sind bewusst so nah an der H‑Art gehalten, wie es mir möglich ist.

Die Futuromantik ist der Hintergrund, aus dem meine Arbeit wächst. Sie ist kein Konzept, sondern eine Haltung: aufmerksam, fragil, offen.