Berg. Salamander.

Berg. Salamander.

Er saß auf einer Bank. Auf der Bergspitze. Unter sich die herrliche Landschaft. Abschöpfen. Mit den Augen. Wie Sahne von einer Torte.

„Die Luft ist rein. Der Sicht ungetrübt.“                
Trotz der schmerzenden Knien hat er die kürzeste Route genommen. Wie sein Weg durchs Leben. Schnell oben sein.

„Ist das hier der Berggipfel meines Daseins? Unter mir die Landschaften des eigenen Werdens?“

Von hier erscheint alles friedlich.

Im Ahrtal sieht man von hier oben nicht die kaputten Häuser. Die Spuren der Flut-Wut vor vier Jahren. Nicht die Brüche, nicht die Schlammreste in und an den Wänden. Manches ertüchtigt. Vieles nicht.

„So, wie mein Leben. Aus der Ferne sieht alles friedlich und leicht gewunden aus. Die Schmerzen, Enttäuschungen sind verhüllt.“

Er hatte satt. Diese Lethargie. Deshalb wollte er hier oben sein. Und doch lässt es ihm nicht los. Der den Blick trübenden Trübsal.

„Was bist du für ein Ikaros? Nicht zu der Sonne. Nicht zu den anderen Bergspitzen. Nur in die dunklen Täler schweift dein Blick.“

Das Ikaros-Dasein griff nach ihm. Absprung. Ohne Flügel.

Imaginär.

Beim Einpacken hat er die toten Salamander erst entdeckt. Die ist unter sein Sitzkissen geklettert. Jetzt lag sie da, mit zerquetschen Kopf.

„Ikaros willst du sein?“

„Kyklop!“

„Sogar diese Salamander lastet auf dein Gewissen.“

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