Kadaver. Und noch ein.

Kadaver. Und noch ein.

Ein Kadaver. Auf einen Betonpfeiler am Gartenzaun. Tote Spitzmaus.

„Wir haben gegeneinander gekämpft. Auf der Veranda. Ich mit dem Besen, du mit den langen Beinen.“

Er saß an der Werkbank. Neben den Mülleimer dinierte die Maus auf ein Schokoladenpapier.

„Du läufst mir oft über den Schotterweg. Wie die Salamander. Ihr seid hier zu Hause. Ich bin der Gast. Doch ich habe stärkere Argumente“, und nahm den Besen.

Der Kampf dauerte nicht lange. Die Maus in Ecke getrieben hatte schnell den kürzesten Weg ins Freien genommen.

„Schade. Ich war froh, einen ehrenwerten Gegner zu haben.“

Und jetzt lag dieses Kadaver in Brusthöhe. Über die Rosen.

„Der ist friedlich eingeschlafen! Liegt so da, als wenn er sich zum Sterben hinlegte. Die Schnauze schaut nach unter. Hat sein Terrain von oben nochmal angeschaut. Dann die Augen zugemacht. Und das war’s.“

„Werde ich es so tun? Auf dem Dach eines Hochhauses in die Sonne legen. Ein letzter Blick über die Stadt und Land. Über mein Leben. Die Augen schließen. Dann mich selbst.“

Wenige Wochen später. Im Windschatten ein erfrorener Fasan. Lag so, wie die Maus im Garten. Friedlich. Hat sich zum Sterben hingelegt. Gegen den Wind der eiskalten Tage. Jetzt mit Tau beschlagen. Wie eine Fasan-Schneewittchen. Schlafend.

„Oder lege ich mich zum Schlaf in die Kälte meiner sozialen Umgebung. Dann belegt mich der Tau der menschlichen Gleichgültigkeit. Ich werde schön und friedlich aussehen. Erfroren. Unerreichbar. Nicht mehr benutzbar.“

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